Rüsten wir uns in den Bankrott?

Schon 2022 schwa­dro­nier­te der heu­ti­ge Bun­des­kanz­ler und Mul­ti­mil­lio­när Fried­rich Merz, man wer­de sich »das ein oder ande­re nicht mehr leis­ten können«.

Was er damit mein­te, lässt sich der­zeit gut an den geplan­ten Kür­zun­gen able­sen: Ren­te, Wohn­geld, Pfle­ge, Kli­ma und Trans­for­ma­ti­on, Leis­tun­gen der Kran­ken­ver­si­che­run­gen, Bür­ger­geld und Sozi­al­leis­tun­gen ste­hen im Fokus der Bundesregierung.

Wäh­rend in Deutsch­land über die »Reform der Sozi­al­sys­te­me« dis­ku­tiert wird, reist der Bun­des­kanz­ler mit­ten in einer der längs­ten Wirt­schafts­kri­sen des Lan­des in die Ukrai­ne und ver­spricht dem kriegs­ge­beu­tel­ten Land eine wei­te­re Mil­li­ar­de Euro Mili­tär­hil­fe.

Der­weil stei­gen auch hier die Rüs­tungs­aus­ga­ben. Dass wir ein ordent­li­ches Mili­tär zur Ver­tei­di­gung brau­chen, steht außer Fra­ge. Aber ohne Sinn und Ver­stand Gel­der bereit­stel­len, die wegen der lang­an­hal­ten­den Wirt­schafts­kri­se an ande­rer Stel­le feh­len? So sieht also die Lösung der Bun­des­re­gie­rung aus.

Die Rüs­tungs­in­dus­trie freut es natür­lich. Die Aktie von Rhein­me­tall schloss 2024 mit einem Jah­res­plus von 113,68 Pro­zent und hat sich seit­her nahe­zu verdreifacht.

Ein Blick auf das krieg­füh­ren­de Russ­land zeigt: Die Rüs­tungs­aus­ga­ben dort sind in etwa so hoch wie in der Bun­des­re­pu­blik. Russ­land gibt 2026 laut SIPRI-Abgren­zung rund 158 Mrd. Euro für Mili­tär aus (34 % des Haus­halts). Deutsch­land plant für 2027 151,3 Mrd. Euro (26 % des Haus­halts), dar­in gut 11 Mrd. Euro Mili­tär­hil­fe für die Ukrai­ne. Bei­de Län­der ihre Mili­tär­aus­ga­ben seit 2021 etwa ver­drei­facht, obwohl nur Russ­land im Krieg sei. Die Ukrai­ne-Hil­fe erklärt den deut­schen Anstieg nicht.

Die Auf­rüs­tung wird zum größ­ten Teil auf Pump bezahlt: 76 % der deut­schen Sum­me (115,4 Mrd. Euro Neu­schul­den) sind kre­dit­fi­nan­ziert, mög­lich gemacht durch die 2025 beschlos­se­ne Locke­rung der Schuldenbremse.

Die Poli­tik hält die Aus­ga­ben für alter­na­tiv­los: Ein künf­ti­ger rus­si­scher Angriff auf die NATO sei nicht aus­zu­schlie­ßen, zudem for­de­re die US-Regie­rung eine Erhö­hung auf fünf Pro­zent des BIP.

Ob das Geld wirk­lich der Lan­des­ver­tei­di­gung dient oder ob die USA in einem mög­li­chen Kon­flikt auf weit­rei­chen­de deut­sche Unter­stüt­zung beim Pro­jekt »Freie Welt« zäh­len, ist hypo­the­tisch, aber nicht ausgeschlossen.

Geschüttelt, nicht gerührt

KI-Bild: Grok
Den letz­ten James Bond Film den ich im Kino gese­hen habe, war mit Dani­el Craig. »Kei­ne Zeit zu ster­ben« war die Abschieds­vor­stel­lung von Craig als James Bond. Mit 58 Jah­ren wäre die Rol­le des Bond wohl auch etwas über­am­bi­tio­niert, beson­ders die vie­len Stunts wären einem 58jährigen wenig zuträg­lich. Ich weiß wovon ich rede. Zwar käme ich nicht in die Ver­su­chung der­art sport­li­cher Zuschau­stel­lung, hin­ge­gen ist mir die Über­le­gung bei­spiels­wei­se beim Schuh­schnü­ren, ob sich dort unten noch eine sinn­vol­le Tätig­keit erbrin­gen lässt, auch nicht fremd. Kurz und gut – einem Mann um die sech­zig nimmt man den MI6 Agen­ten nicht mehr ab. Man den­ke nur an die vie­len Wod­ka-Mar­ti­ni. Geschüt­telt, selbst­ver­ständ­lich, nicht gerührt.

Nun, die Gerüch­te­kü­che um den neu­en Bond bro­delt schon etwas län­ger, angeb­lich haben die Pro­du­zen­ten um Amy Pas­cal und David Heymann längst ent­schie­den und der Name steht fest. Das Geheim­nis hin­ter ver­schlos­se­nen Türen soll offen­sicht­lich lan­ge gehü­tet wer­den, trotz­dem ste­chen vier bri­ti­sche Namen aus dem Spe­ku­la­ti­ons­di­ckicht hervor.

1. Aaron Tay­lor-John­son – Der sty­li­sche Favorit
Schon seit Län­ge­rem gilt er in Bran­chen­krei­sen als der hei­ßes­te Kan­di­dat. Er ver­eint den klas­si­schen Look mit der nöti­gen Härte.

  • Alter: 36 Jah­re (geb. 13. Juni 1990)
  • Natio­na­li­tät: Britisch
  • Bond-Fak­tor: Hoch. Aaron Tay­lor-John­son hat bereits bewie­sen, dass ihm der Smo­king steht, er hat Cha­ris­ma und wenn er nicht gera­de Zot­tel­bart trägt, dürf­te man ihm den Bond abnehmen.


  • 2. Callum Tur­ner – Der ele­gan­te Aufsteiger
    Spä­tes­tens seit sei­nen jüngs­ten Haupt­rol­len ist sein Name ganz oben auf den Lis­ten der Buch­ma­cher auf­ge­taucht. Tur­ner ver­kör­pert jene klas­si­sche, etwas alt­mo­di­sche bri­ti­sche Eleganz.

  • Alter: 36 Jah­re (geb. 15. Febru­ar 1990)
  • Natio­na­li­tät: Britisch
  • Bond-Fak­tor: Hoch. Mit einer Kör­per­grö­ße von über 1,85 Meter und einem ver­we­ge­nen Charme bringt er genau die phy­si­sche Erschei­nung mit, die man von 007 erwartet.


  • 3. James Nor­ton – Der klas­si­sche Gentleman
    Wenn man sich den “klas­si­schen” James Bond aus den Büchern von Ian Fle­ming vor­stellt, kommt James Nor­ton die­sem Bild ver­mut­lich am nächsten.

  • Alter: 41 Jah­re (geb. 18. Juli 1985)
  • Natio­na­li­tät: Britisch
  • Bond-Fak­tor: In der Dra­ma­se­rie McMa­fia hat Nor­ton im Grun­de bereits gezeigt, was er kann. Im Tuxe­do wan­del­te er stil­si­cher durch die Welt des orga­ni­sier­ten Ver­bre­chens. Außer­dem beherrscht er den las­zi­ven Bond-Blick.


  • 4. Jack Low­den – Der facet­ten­rei­che Geheimtipp
    Unter Ken­nern gilt er als der schau­spie­le­risch viel­leicht viel­sei­tigs­te Kan­di­dat im Feld.

  • Alter: 36 Jah­re (geb. 2. Juni 1990)
  • Natio­na­li­tät: Schottisch
  • Bond-Fak­tor: Low­den wird eben­falls heiß gehan­delt. Er bringt außer­dem zwei unschlag­ba­re Argu­men­te mit: Er ist Schot­te (wie der Ur-Bond Sean Con­nery) und er glänzt in der Spio­na­ge­se­rie Slow Hor­ses an der Sei­te von Gary Oldman.


  • Mei­ne per­sön­li­chen Favo­ri­ten wären ja Idris Elba oder der Haupt­prota­gno­nist aus der Serie Per­son of Inte­rest, Jim Cavie­zel. Aller­dings sind bei­de auch schon über 50 und ent­zie­hen sich aus vor­ge­nann­ten Grün­den einer mög­li­chen Rekru­tie­rung für den MI6. 

    Indes: Ein biss­chen Zeit ist ja noch: 

    Mit der Pre­mie­re des neu­en Bond-Films wird frü­hes­tens Ende 2027 gerechnet.

    Das Eis ist gebrochen

    So manch‘ einer dürf­te nach der Wahl des ers­ten rechts­extre­mis­ti­schen Poli­ti­kers in einer wich­ti­gen Funk­ti­on, in die­sem Fall zum Land­tags­prä­si­den­ten in Sach­sen-Anhalt, fas­sungs­los gewe­sen sein. Nie wie­der Faschis­mus, die­se Zeit ist wohl damit end­gül­tig vorbei. 

    Der heu­ti­ge Tag ist somit eine Zäsur. Nicht nur wegen der Wahl von Tobi­as Rausch als ers­ten rechts­extre­men Par­la­ments­prä­si­dent seit der Nazi­zeit. Der desi­gnier­te Land­tags­prä­si­dent konn­te offen­sicht­lich nicht nur das BSW son­dern anschei­nend vier Stim­men von der CDU für sich gewin­nen. Zwar gab es in der CDU auch immer Poli­ti­ker, die sich für rechts­extre­mis­ti­sche Ideen begeis­tern konn­ten., aber das es dann doch so deut­lich ist, ist ein ein­deu­ti­ger Affront gegen Merz, den unbe­lieb­tes­ten Kanz­ler seit Bestehen der Bundesrepublik. 

    Die Wel­le, die da auf die Bun­des­re­pu­blik zuschwappt, lässt sich offen­bar nicht mehr auf­hal­ten. Im Bun­des­trend konn­te die AFD bei Umfra­gen noch mal zule­gen und eini­ge Umfra­gen sehen sie bereits bei 30 Pro­zent der Wählerstimmen.

    Ich bin immer noch der Ansicht, dass Merz erra­ti­scher Poli­tik­stil der AFD zu Gute kommt. Ver­mut­lich wird es nicht lan­ge dau­ern, bis der ers­te CDU-Poli­ti­ker die Abgren­zung zur AFD in Fra­ge stellt. 

    Die Hor­ror­vor­stel­lung einer Regie­rungs­ko­ali­ti­on AFD und CDU ist dann kei­ne Dys­to­pie mehr. 

    Lesehinweis

    Ich weiß, der Text wur­de bereits rezen­siert und eigent­lich gibt es in der Blog­sze­ne ja nichts schlim­me­res, als dass ein The­ma von ande­ren Blogs mehr­fach durch­ge­kaut wird. Der Text von Vanes­sa Gie­se aller­dings ist es wert, wie­der­holt zu wer­den. Er trifft mei­ner Mei­nung nach exakt den Nagel auf den Kopf. In neun Abschnit­ten ana­ly­siert der Bog von Vane­sa Gie­se die Lage der Nati­on, wenn man es mal so hero­isch dar­stel­len will. 

    Ich kann zwar wenig mit dem Begriff Natio­nal­stolz anfan­gen, aller­dings hat sie es dan­kens­wer­ter Wei­se rela­ti­viert, indem sie davon spricht, dass »ab dem Moment, in dem wir in ihr (der Nati­on) leben, wir aller­dings ein Teil von ihr sind und tra­gen sie mit […]« 

    Die Ana­ly­sen tref­fen nicht nur exakt die gegen­wär­ti­gen Pro­ble­me, Vanes­sa Gie­se bie­tet so etwas wie eine Start­hil­fe, um aus der ver­track­ten Situa­ti­on, in der sich die Bun­des­re­pu­blik im Abwärts­gang befin­det, herauszukommen. 

    Den Text soll­te jeder gele­sen haben und ver­lin­ken. Mei­ne ganz gro­ße Ach­tung – Chapeau!